Klinikprojekt „Schahschahid“

Klinikprojekt Schahschahid

Am 06.09.2002 traf Herr Wahidie nach einer anstrengenden Reise in Kabul ein. Schon zwei Tage später begann er sich bei der Bevölkerung umzuhören, um eine Projektmöglichkeiten in die engere Wahl zu nehmen.

Insbesondere wurde er auf die „Mutter-Kind-Klinik“ in Schahschahid im 8. Stadtteil, einer der zerstörtesten Stadtteile Kabuls, aufmerksam gemacht. Er traf sich dort am 11.09.2002 zu einem ausführlichen Gespräch mit der Klinik Leitung. Nach ersten Informationen handelte es sich um eine Tagesklinik, in der schwangere Frauen, Säuglinge und Kleinkinder behandelt und betreut werden. Außerdem finden dort Ernährungsberatung und Vorsorgeuntersuchungen statt. Impfungen für Kinder werden hier auch vorgenommen, soweit der Vorrat reicht. Die Klinik bietet ein Stelle für Zahnmedizin und eine Stelle HNO an. Jedoch fehlen in allen Bereichen Untersuchungsmaterialien, Medikamente und medizinisch-technische Geräte, sodass die Ärzte ihre Patienten ungeholfen nach Hause schicken müssen. Nicht einmal Möbel wie Untersuchungstische, Regale für die Medikamente o.ä. sind vorhanden.

Die Angestellten werden vom Staat bezahlt. Die Menschen in diesem Stadtteil gehören zu den Ärmsten der Armen, sodass sie nicht einmal Geld für Nahrungsmittel haben, geschweige den für Medizin. Schahschahid ist in den Kriegsjahren sehr zerstört worden. Die Klinik hat keine Fensterrahmen oder Türrahmen. Die Not lag hier augenscheinlich auf der Hand. Herr Wahidie nahm mit dem Vorstand in Deutschland Kontakt auf, berichtete über die Klinik und die Hilfsmöglichkeiten. Recht schnell beschloss der Vorstand einstimmig die Unterstützung dieses Projekts und Herr Wahidie konnte am 17.09.2002 der Klinikleitung diese Nachricht überbringen. Hiernach führte er mit dem Personal der Klinik weitere ausführliche Gespräche.

Da der Winter vor der Tür stand musste man sich zunächst um Fenster und Türen kümmern. Hierzu suchte Herr Wahidie mehrere Schreiner auf und ging eigens mit Ihnen auf dem Holzmarkt, um entsprechende Materialien so günstig wie möglich einzukaufen. Die weiteren Arbeiten hierfür wurden in Auftrag gegeben und nahmen ihren Lauf. Eine Liste über benötigte medizinische Geräte und Medikamente und die ersten Bilder der Klinik sandte er nach Deutschland.

Zeitgleich musste er sich um die offizielle Anmeldung unseres Vereins bei der Stadt als NGO und die Genehmigung weiterer offizieller Unterlagen kümmern, was mit sehr viel Lauferei und nervlichen Strapazen verbunden war.

Am 06.10.2002 kaufte Herr Wahidie auf dem Apothekengroßmarkt die notwendigsten Medikamente ein und überbrachte diese noch am selben Tag der Klinik.

Inzwischen wurde mehrmals mit dem Vorstand in Deutschland telefoniert und über weitere Maßnahmen gesprochen. Die Unterstützung einer Schule wurde auf Grund der Schließungszeit über den Winter zunächst aufgeschoben. Es wurde jedoch positiv über der Bau von Wasserbrunnen entschieden.

Zeitgleich gab er 12 Stühle für die Klinik in Auftrag. Diese konnten Am 22.10.2002 abgeholt und der Klinikleitung übergeben werden.

Die Schreinerarbeiten am Gebäude der Klinik neigten sich langsam dem Ende zu. Herr Wahidie bestimmte Schwester Mari Nassiri und Schwester Parvin Habibi als Vertrauenspersonen des Vereines und übergab Ihnen die inzwischen aus Deutschland eingetroffenen Medizinischen Geräte (Blutdruck- Blutzucker- und Cholesterinmessgeräte) .

Bei seinen Alltäglichen Begegnungen mit den Patienten ergab sich in zwei fällen, dass er dringend benötigte Medikamente für zwei Schwangere Frauen auf Vereinskosten einkaufte und so helfen konnte. Am Ende seines Aufenthalts hat Herr Wahidie von dem Restgeld noch Lebensmittel gekauft und der Klinik anvertraut, um dies an hungernde Patienten zu verteilen. Mit einigen weiteren Videoaufnahmen schloss er zunächst erfolgreich seine Arbeit in Kabul ab.