Chemisches Institut Kabul

Neben unseren Aktivitäten im humanitären Bereich ist die kulturelle Förderung auch eine der wichtigsten Ziele unseres Vereins. Das Projekt: Chemisches Institut in Kabul ist ein Beispiel dafür. Hier wird gezeigt wie Hilfe zur Selbsthilfe möglich geworden ist und die Menschen motiviert hat, aktiv zu werden um auf eigenen Füssen zu stehen. Im Mai 2004 ist Frau Hasina Chaled privat nach Afghanistan gereist. Die Heimat hat sie nach 23 Jahren wiedergesehen. Alles war kaum wieder zu erkennen. Zerstörte Häuser, Läden und Monumente. Auch das chemische Institut der Universität Kabul, wo Herr Dr. Kabir Chaled als Gastprofessor eingeladen war, war davon betroffen. Dies nahm sie zum Anlass um eine Hilfsaktion zu starten. Nach Rücksprache mit dem Verein hat sie dann den Wiederaufbau des chemischen Institutes in Kabul in Angriff genommen. Die Situation einer Frau in Afghanistan ist nach wie vor sehr schwer, trotzdem ist es Frau Chaled gelungen die Arbeit von Planung, Materialbeschaffung bis hin zum Transport und Durchführung vor Ort ohne Hemmungen zu meistern. Nun, warum gerade das chemische Institut und keine andere Einrichtung ? Das chemische Institut, das zum jüngsten Gebäude der Universität Kabul gehört, war im Jahre 1980 mit 14 Laborräumen ausgerüstet, wo praktische Arbeit und Forschung betrieben wurden. Jetzt war kein einziges Labor mehr zur praktischen Arbeit verfügbar. Die Studenten haben nur den theoretischen Teil gelernt, die ohne praktische Arbeit kaum zu verstehen ist. Diese Studenten werden später als Gymnasiallehrer, Lehrer der Hochschule und in der Industrie eingesetzt, wo sie sehr wichtige Aufgaben vor sich haben. Außerdem werden hier Naturwissenschaftler für das ganze Land ausgebildet. Daher ist die Hilfe an dieser Stelle für die gesamte Bildung Afghanistans unheimlichwichtig. Nach einem 3-wöchigen Einsatz war der Wiederaufbau erfolgt und wenigstens eines von 14 Labore konnte wieder von Studenten benutzt werden. Die Freude stand den Studenten und Dozenten in den Gesichtern. Zu Ehren des Vereins wurde eine große Tafel mit der Aufschrift: „Verein Kinder Afghanistans e.V. in Eurem Dienst“ an die Wand angebracht. Ein Eröffnungstag brachte diesem Projekt noch die notwendige Präsenz in der Öffentlichkeit. Dieses Projekt wurde unter anderem auch in der afghanischen Zeitung „Anis“ und in „Sadaje Azadie“ mit großem Lob erwähnt. Der Rektor der Universität hat bei der Eröffnung die Arbeit als typischen Wiederaufbau bezeichnet; es hieß: So lange wir selber nicht mit anpacken und unser Labor, unser Haus und unsere Heimat nicht aufbauen, können wir von fremden Menschen und andere Ländern so was nicht erwarten.“ Frau Chaled hat für Ihre Tätigkeit vor Ort keine finanzielle Unterstützung verlangt